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Stadler testet Wasserstoffzüge auf neuem Schmalspurgleis

31.10.2026
Foto: Stadler

Zwischen Hemishofen und Ramsen hat Stadler ein Schmalspurgleis mit einer Spurweite von 950 Millimetern gebaut. Die Teststrecke ermöglicht es Stadler ab Mitte Oktober 2026, Züge für den italienischen Regionalverkehr effizient zu testen. Dies vereinfacht anschliessend die Inbetriebsetzung der Fahrzeuge vor Ort. Der Wasserstoffzug für Sardinien ist das erste Fahrzeug, das Testfahrten auf dem neuen Gleis absolviert.

Im süditalienischen Regionalverkehr gibt es Strecken mit einer besonderen Spurbreite von 950 Millimetern. Beispielsweise verkehren in Apulien, rund um den Ätna auf Sizilien, im Raum Neapel oder auf Sardinien Züge mit der «italienischen Meterspur».

Um Fahrzeuge mit dieser Spurweite zu testen, hat Stadler im Frühjahr 2026 zwischen den Bahnhöfen Hemishofen und Ramsen (SH) zusammen mit Bahninfra AG und Müller Gleisbau eine entsprechende Schmalspurstrecke gebaut. Das knapp vier Kilometer lange Gleis verläuft als dritte Schiene innerhalb des bestehenden Normalspurgleises zwischen den beiden Bahnhöfen. Auf diesem Normalspurgleis absolvierte bereits der Wasserstoffzug FLIRT H2 für Kalifornien seine Testfahrten. Aus dieser Erfolgsgeschichte heraus entstand die Idee, die Teststrecke um ein Schmalspurgleis zu erweitern.

Das erste Fahrzeug, das auf der Teststrecke erprobt wird, ist der weltweit erste Schmalspur-Wasserstoffzug, der Stadler für die Azienda Regionale Sarda Trasporti (ARST) in Sardinien hergestellt hat. Zwischen Hemishofen und Ramsen werden die Fahrzeuge und ihre Systeme ab Mitte Oktober 2026 unter realen Bedingungen auf ihre Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit geprüft.

«Da es ausserhalb Italiens keine Schmalspurnetze mit der für Süditalien typischen Spurweite gibt, konnten entsprechende Fahrzeuge bisher erst auf ihren späteren Einsatzstrecken in Italien getestet werden», erklärt Ansgar Brockmeyer, Divisionsleiter Marketing & Sales und Stellvertretender Group CEO Stadler. «Dank des Testgleises können wir die Züge bereits in der Schweiz erproben und aufgrund der Nähe zu unserem Werk in Bussnang schnell und effizient optimieren. Dies beschleunigt die darauffolgende Inbetriebsetzung vor Ort in Italien deutlich. Davon profitieren der Kunde und die Reisenden gleichermassen.»

Alessio Salvatore, Projektleiter des Wasserstoffzuges sagt: «Nach seiner Ankunft in Hemishofen konzentrieren wir uns auf die Erprobung des Wasserstoffantriebs. Dabei wird das Fahrzeug mit unterschiedlichem Füllstand des Wasserstofftanks und bei verschiedenen Geschwindigkeiten geprüft. Im Anschluss folgen weitere zulassungsrelevante Tests, unter anderem zum Beschleunigungs- und Bremsverhalten. Jeder erfolgreich absolvierte Test bringt uns einen Schritt näher zum Einsatz des Fahrzeugs auf der Strecke vor Ort in Italien.»

«Die bevorstehende Auslieferung der neuen Wasserstoffzüge ist für ARST ein wichtiger Meilenstein. Die Fahrzeuge kommen bereits auf Herz und Nieren getestet nach Sardinien, sodass wir rasch mit den abschliessenden Erprobungen auf unserem Streckennetz beginnen können. Mit dem Start der Testfahrten machen wir einen weiteren Schritt hin zu emissionsfreier Mobilität. Gleichzeitig verdeutlicht dieser Meilenstein die erfolgreiche Zusammenarbeit mit Stadler», sagt Carlo Poledrini, Generaldirektor ARST.

Die Teststrecke wird in den kommenden drei Jahren eine zentrale Rolle für die Inbetriebsetzung der Wasserstoffflotte spielen, die Stadler für die italienischen Regionen Sardinien, Kalabrien und Sizilien fertigt.

Quelle: Stadler

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