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Waldgesundheit auf der Schiene: Kalkzug nach Fredenbeck zeigt das Potenzial regionaler Güterverkehre in der Fläche

27.10.2026
Foto: evb

Die Waldkalkung gehört zu den wichtigen Instrumenten, um den Folgen jahrzehntelanger Bodenversauerung entgegenzuwirken. Dass dabei auch der Schienengüterverkehr eine bedeutende Rolle spielen kann, zeigt eine aktuelle Zugentladung im Elbe-Weser-Dreieck. Die evb verfolgt dabei ein klares Ziel: den Schienengüterverkehr im gesamten Elbe-Weser-Raum wieder stärker zu reaktivieren und nachhaltig auszubauen.

Vorhandene Schieneninfrastruktur soll dafür besser genutzt, regionale Umschlagmöglichkeiten aktiviert und gemeinsam mit Verladern und Logistikpartnern neue Güterverkehre auf die Schiene gebracht werden.

Mit der Entladung von insgesamt zwei Kalkzügen in Fredenbeck zeigt die evb beispielhaft, wie dieser Ansatz in der Praxis umgesetzt werden kann

und zugleich nachhaltige Logistik mit regionalen und ökologischen Projekten verbindet.

Auf Initiative der Eisenbahnen und Verkehrsbetriebe Elbe-Weser GmbH (evb) als Betreiberin der Schieneninfrastruktur im Elbe-Weser-Raum

wurde der Transport für die Waldkalkung nach Fredenbeck akquiriert und über die dort vorhandene Ladestraße abgewickelt. Der Baustoffhändler bd GmbH aus Goslar kooperiert mit dem Bahnlogistiker BELog; diese organisierte den Transport über die Schiene mit der e.g.o.o. mit insgesamt zwei, jeweils rund 450 Meter langen Güterzügen. Diese 50 Waggons brachten insgesamt 3.300 Tonnen Kalk in die Region, die im Auftrag privater Waldbesitzer zur Verbesserung der Bodenqualität und zur Stabilisierung geschädigter Waldböden eingesetzt

werden. Der Transport unterstreicht die Rolle der evb als Infrastrukturunternehmen, das durch die Entwicklung neuer Umschlagstandorte und die aktive Gewinnung von Güterverkehren zusätzliche Schienenverkehre in die Fläche bringt und damit einen Beitrag zur nachhaltigen Nutzung regionaler Eisenbahninfrastruktur leistet.


Nach der Entladung mittels eines schweren Baggers wurde der Kalk von zwei Kipp-Lastern an rund 60 Waldrändern umgefahren. Dort abgekippt wurden die Mengen im 2-Minuten-Takt per Radlader in einen 1.000 kg fassenden Behälter gefüllt, der unter einem Hubschrauber hing.

Nach der Befüllung hob dieser sofort ab, um über vorher festgelegten Waldflächen die nützliche Fracht auszustreuen. Mit Hilfe von GPS-Daten kann metergenau verteilt und so verhindert werden, dass zu hohe Ausbringungsmengen pro qm ausgebracht werden. Diese Vorgehensweise ermöglicht eine flächenschonende Versorgung auch schwer zugänglicher Waldgebiete.

Der eigentliche Schwerpunkt für die Logistik jedoch ist der Transportweg selbst. Der Kalkzug zeigt, welche Potenziale der Schienengüterverkehr insbesondere bei Massengütern entfalten kann. Statt zahlreiche Lkw-Fahrten (rd.100 Lkw bei dieser gelieferten Kalkmenge) auf der Straße zu bündeln, gelangt die gesamte Fracht in einem einzigen Transport an den Umschlagort. Dadurch werden Straßen entlastet, Emissionen reduziert und vorhandene Transportkapazitäten effizient genutzt. Gerade bei

Gütern wie Kalk, Düngemitteln, Baustoffen oder anderen Schüttgütern spielt die Bahn ihre Vorteile hinsichtlich Energieeffizienz, Transportleistung und Nachhaltigkeit aus.

Besonders bemerkenswert ist dabei der Standort Fredenbeck. Die Ladestraße liegt an der evb-Strecke zwischen Bremervörde und Stade.

Der Streckenabschnitt wird derzeit überwiegend für Fahrten des Moorexpress sowie für Überführungsfahrten von Fahrzeugen von DB Regio

genutzt. Gleichzeitig entwickelt sich die Infrastruktur

zunehmend zu einem regionalen Umschlagpunkt für Güterverkehre.


Bereits im vergangenen Jahr wurden dort auf Initiative der evb mehrere Be- und Entladungen im Agrar- und Baustoffsektor erfolgreich umgesetzt.

Damit steht Fredenbeck exemplarisch für einen Trend, der in ländlichen Regionen an Bedeutung gewinnt: die Reaktivierung vorhandener Infrastruktur für den Schienengüterverkehr. Während große Verteilzentren

und Seehäfen traditionell im Fokus stehen, eröffnen regionale Umschlagplätze neue Möglichkeiten für Unternehmen und öffentliche Auftraggeber, Transporte wieder verstärkt auf die Schiene zu verlagern.

Die evb verfolgt diesen Ansatz seit mehreren Jahren und konnte an verschiedenen Standorten ihres Netzes erfolgreich neue Verkehre etablieren.

Auch perspektivisch kann der Schienengüterverkehr in der Fläche regional an Bedeutung gewinnen. Die evb strebt Gespräche mit der Landwirtschaftskammer an, um neben privaten Waldbesitzern künftig auch die Landesforsten für das Konzept der Waldkalkung per Bahn zu gewinnen. Damit ließen sich zusätzliche Waldflächen in entsprechende Maßnahmen einbeziehen und zugleich weitere Güterverkehre auf die Schiene verlagern.

Der Kalktransport nach Fredenbeck verdeutlicht somit beispielhaft, wie sich ökologische Zielsetzungen und moderne Logistik miteinander verbinden lassen. Die Bahn übernimmt dabei nicht nur die Rolle eines

Transportmittels, sondern wird zu einem wichtigen Baustein für Klimaschutz, Waldpflege und die wirtschaftliche Nutzung regionaler Infrastruktur. Gerade im Schienengüterverkehr in der Fläche zeigt sich, dass die Schiene weit mehr leisten kann als die Anbindung großer Industriezentren: Sie kann konkrete Lösungen für regionale Wertschöpfungsketten liefern und nachhaltige Projekte zuverlässig unterstützen.

Quelle: evb

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