Metronom pen­delt weiter

xm11Bildarchiv111 916Mit dieser Zug­gar­ni­tur begann der metronom-Betrieb. Fotos: Dierk Lawrenz

[22. Dezem­ber 2017] Der bish­erige Betreiber ist auch der neue Betreiber. Die metronom GmbH wird die von ihr bis­lang bedi­en­ten Bahn­strecken Göttingen-Hannover-Uelzen (RE 2), Hannover-Uelzen-Hamburg (RE 3), Hamburg-Bremen (RE 4), Hamburg-Lüneburg (RB 31) und Bremen-Hamburg (RB 41) auch kün­ftig betreiben.

Das in Uelzen ansäs­sige Bah­nun­ternehmen setzt sich in einem europaweiten Teil­nah­mewet­tbe­werb gegen mehrere Konkur­renten durch und erhält bis Dezem­ber 2033 den Zuschlag für das Hanse-Netz und die Linie Uelzen-Göttingen. Das teil­ten die Lan­desnahverkehrs­ge­sellschaft Nieder­sach­sen (LNVG), die Region Han­nover, die Ham­burger Verkehrs­be­hörde und der Bre­mer Sen­a­tor für Umwelt, Bau und Verkehr am Mittwoch in einer gemein­samen Pres­se­in­for­ma­tion mit.

Der neue Verkehrsver­trag beginnt im Dezem­ber 2018 und umfasst ein Fahrten­pro­gramm von jährlich knapp 8,6 Mil­lio­nen Zugk­ilo­me­tern, rund 350.000 Zugk­ilo­me­ter mehr als bis­lang. Einge­setzt wer­den rd. 180 Dop­pel­stock­wa­gen und Loko­mo­tiven aus dem Fahrzeug-Pool der LNVG, die an das Bah­nun­ternehmen ver­mi­etet wer­den. „Metronom hat für die aus­geschriebene Betrieb­sleis­tung das beste Preis-Leistungs-Verhältnis geboten. Mit dem Zuschlag erzie­len wir im Ver­gle­ich zum jet­zi­gen Verkehrsver­trag erneut einen Wet­tbe­werb­s­gewinn und erhal­ten ein besseres Fahrplanange­bot für weniger Steuergeld“, bilanziert LNVG-Chef Hans-Joachim Menn, dessen Gesellschaft in dem Auss­chrei­bungsver­fahren die Fed­er­führung hatte.

Davon prof­i­tieren auch die Reisenden, die sich auf mehr Zugverbindun­gen, auf mod­ernisierte Dop­pel­stock­wa­gen und über mehr Ser­vice in den Zügen freuen dür­fen. So wird es erst­mals alle zwei Stun­den eine direkte Verbindung zwis­chen Ham­burg und Han­nover geben, der bish­erige Umstieg in Uelzen ent­fällt dann. Gle­ichzeitig wird der metronom sämtliche 5 Wagen-Züge wie auch einzelne 6 Wagen-Züge um einen zusät­zlichen Wagen ver­längern und damit spür­bar mehr Fahrgäste befördern. Um die anhal­tend hohe Nach­frage zu befriedi­gen, wer­den an den Woch­enen­den zwis­chen der nieder­säch­sis­chen Lan­deshaupt­stadt und Ham­burg zusät­zliche Ver­stärk­erzüge unter­wegs sein. Eben­falls am Woch­enende kön­nen Reisende mit der RB 31 im Stun­den­takt von Lüneb­urg bis zum Haupt­bahn­hof der Elb­metro­pole durch­fahren. Auch auf den Strecken von Ham­burg in Rich­tung Tost­edt und Lüneb­urg dür­fen sich Nachtschwärmer auf ein stündliches Ange­bot in den Wochenend-Nächten freuen. Eben­falls aus­geweitet wer­den die Bedi­enungszeiten zwis­chen Han­nover und Göt­tin­gen, dort wer­den früh mor­gens und in den Abend­stun­den zusät­zliche Reisemöglichkeiten ange­boten.

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In den Zügen selbst dür­fen Fahrgäste in den näch­sten Jahren gle­ich­falls mit mehr Kom­fort rech­nen. Die LNVG beginnt Ende 2018 damit, ihre Pool-Fahrzeuge einer grundle­gen­den Mod­ernisierung zu unterziehen. „Wir wollen unsere Züge für die zweite Hälfte ihres Leben­szyk­lus fit machen“, unter­stre­icht Menn und nennt dazu die entsprechen­den Stich­worte: Ein­bau neuer bzw. zusät­zlicher Sitze inklu­sive Reservierung­sop­tion, Inte­gra­tion von Roll­stuhlplätzen, WLAN für den kosten­freien Internet-Zugang, Instal­la­tion von USB-Ladevorrichtungen und Steck­dosen, Kam­eras zur Videoaufze­ich­nung, neue Fußbö­den und Beleuch­tun­gen wie auch eine kom­plett neue Außen­lack­ierung.

Die Mod­ernisierung der rd. 180 Wagen und Loko­mo­tiven wird nach Ein­schätzung der LNVG mehrere Mil­lio­nen Euro kosten und voraus­sichtlich 4 bis 5 Jahre in Anspruch nehmen. Grund: die blau-gelb-weißen Züge kön­nen nicht auf einen Schlag aus dem Betrieb genom­men wer­den. Das würde den Nahverkehr auf der Schiene kom­plett zum Erliegen brin­gen. Deshalb wer­den die Arbeiten schrit­tweise erledigt, wenn die Züge ohne­hin für notwendige Instand­hal­tungsar­beiten in die Werk­statt müssen, heißt es bei der LNVG.

Vor der endgülti­gen Zuschlagerteilung an die metronom GmbH müssen die Auf­gaben­träger noch eine geset­zliche Frist von zehn Tagen abwarten. Während dieser Frist kön­nen die unter­lege­nen Bieter ein Nach­prü­fungsver­fahren vor der Ver­gabekam­mer in Lüneb­urg ein­leiten.

Quelle: LNVG

karte500Karte: LNVG / Tomann