Der Zeit­plan liegt vor: Umfan­gre­iche Repara­turen der Rhein­tal­bahn dauern bis 7. Okto­ber

 x5Thomas NiedermullerAuf­nahme: DB AG / Thomas Nie­der­müller

Die Deutsche Bahn und die bauaus­führen­den Fir­men der Arbeits­ge­mein­schaft Tun­nel Ras­tatt haben heute in Karl­sruhe zum Zeit­plan der Wieder­in­be­trieb­nahme der Rhein­tal­bahn informiert.

Nach einge­hen­der Prü­fung aller möglichen Bau­ver­fahren zur Sicherung der Tun­nel­bau­maß­nahme und Reparatur des Streck­en­ab­schnitts haben die Arbeits­ge­mein­schaft und die DB den 7. Okto­ber als Ter­min vere­in­bart. In dem ins­ge­samt 160 Meter lan­gen Bauab­schnitt wer­den in den näch­sten Wochen umfan­gre­iche Arbeiten durchge­führt. Neben der Ver­fül­lung im Tun­nel müssen auf 150 Metern Ober­leitun­gen demon­tiert, Gleise, Schwellen und Schot­ter aus­ge­baut sowie Vor­bere­itun­gen für eine ca. 120 Meter lange und einen Meter dicke Beton­platte getrof­fen wer­den. Diese soll den Bau­grund gegen Las­ten von oben sta­tisch sta­bil­isieren und als Grund­lage für die neuen Gleise dienen. Allein dafür hat die Arbeits­ge­mein­schaft drei Wochen Bauzeit rund um die Uhr einkalkuliert. Erst anschließend kön­nen die Gleise wieder hergestellt wer­den.

Als Deutsche Bahn haben wir uns einen deut­lich kürz­eren Zeit­plan vorgestellt. Doch die Tun­nel­sicherung und der sichere Betrieb auf der Rhein­tal­bahn ste­hen ganz klar im Vorder­grund“, sagte Prof. Dr. Dirk Rompf, Vor­stand Großpro­jekte bei der DB Netz AG. „Wir sind überzeugt, dass dieser Zeit­plan einge­hal­ten wird. Wir wollen, dass der Per­so­nen– und Güter­verkehr auf dieser stark fre­quen­tierten Strecke wieder rollen kann.“

Klaus Pöl­lath betont seit­ens der ARGE Tun­nel Ras­tatt; „Angesichts der Kom­plex­ität des Sachver­halts und der Dringlichkeit der Strecken-Inbetriebnahme sind wir erle­ichtert, gemein­sam mit der Bahn diese solide und den­noch zügige Vorge­hensweise erar­beitet zu haben.“

Am Mit­tag des 12. August war es bei den Vor­trieb­sar­beiten für den Bau für den neuen Tun­nel Ras­tatt (Aus– und Neubau-Strecke Karlsruhe–Basel) zu einem Ein­bruch von Wasser und Erd­massen gekom­men. Der Ober­bau senkte sich ab und die Gleise der darüber liegen­den Rhein­tal­bahn ver­formten sich. Seit­dem ist der Streck­en­ab­schnitt im Rhein­tal ges­perrt.
Die beschädigte Tun­nel­röhre ist inzwis­chen sta­bil­isiert. Dafür wurde hin­ter dem Tun­nel­bohrer ein Pfropfen aus Beton in die Röhre einge­bracht, um den rund 4.000 Meter lan­gen intak­ten Tun­nel von der Schadensstelle zu tren­nen. Der Teil bis zum Schnei­drad der Bohrmas­chine wird mit Beton ver­füllt.

Als näch­ster Schritt sollen Gleise, Schot­ter sowie der Gleisun­ter­bau im Bere­ich der Schadensstelle abge­baut wer­den.
Anschließend wird in dem Bere­ich die lastverteilende Beton­platte in den Boden einge­bracht, die den beschädigten Tun­nel­teil und den Bau­grund sta­bil­isiert. Auf die Platte wer­den nach deren Fer­tig­stel­lung und voll­ständi­gen Aushär­tung des Betons die Gleise wieder aufge­baut.

Für den Per­so­n­en­verkehr gilt: Um die Auswirkun­gen für die Kun­den zu mildern, hat sich der Per­so­n­en­verkehr zusam­men mit dem Karl­sruher Verkehrsver­bund (KVV) zu fol­gen­den zusät­zlichen Kulanz­maß­nah­men entsch­ieden: Die Abon­nen­ten von Zeitkarten im Nah– und Fer­n­verkehr erhal­ten für die Dauer der Sper­rung eine 50prozentige Entschädi­gung.
Die DB wird in den kom­menden Tagen aktiv auf alle Fer­n­verkehrskun­den mit Wohnorten in den betrof­fe­nen Regio­nen zuge­hen. DB-Kunden, die außer­halb der Region wohnen aber eben­falls als tägliche Pendler betrof­fen sind, melden sich bitte im Abo­cen­ter (0180 6 011 066) oder im Comfort-Service (Bahncard100-Kunden). Ver­bund­kun­den wen­den sich bitte direkt an den KVV.

Um unseren Kun­den wieder Pla­nungssicher­heit zu geben, wird der Fahrplan ab dem 22. August schrit­tweise aktu­al­isiert. Für die zum aktu­al­isierten Fahrplan erwor­be­nen Fahrkarten gel­ten wieder die üblichen Umtausch– und Erstat­tungsregelun­gen sowie die Fahrgas­trechte. Selb­stver­ständlich wer­den die bis zum 22. August erwor­be­nen Fahrkarten im Schienen­er­satzverkehr und auf den Umleitungs– oder Umfahrungsstrecken anerkannt, eventuelle Zug­bindun­gen sind aufge­hoben. Wenn die Kun­den auf­grund der geän­derten Fahrtzeiten ihre geplante Reise nicht mehr antreten möchten, kön­nen sie vor dem 22. August erwor­bene Fahrkarten kosten­frei umtauschen oder sich erstat­ten lassen. Kun­den wer­den gebeten, sich rechtzeitig vor Beginn der Reise zu informieren.

Das seit dem 13. August gel­tende Fahrplankonzept für den Per­so­n­en­verkehr hat sich indes bewährt. Reisende steigen in Ras­tatt bzw. Baden-Baden in Ersatzbusse um, die im direk­ten Anschlussverkehr von 5:15 Uhr bis 0:15 Uhr laufend verkehren. Die Busse fahren im Schnitt alle 510 Minuten. Danach beste­hen stündliche Anschlussmöglichkeiten im Fer­n­verkehr in beide Rich­tun­gen. Auf­grund der Streck­e­nun­ter­brechung müssen Fahrgäste auf diesem Abschnitt mit Reisezeitver­längerun­gen von plan­mäßig einer Stunde rech­nen, bei zusät­zlich auftre­tenden Störun­gen der Betrieb­slage sind auch größere Verzögerun­gen möglich.

Die DB wird dieses Fahrplankonzept mit einem hochfre­quenten Buser­satzverkehr zwis­chen Ras­tatt und Baden-Baden im Grund­satz auch nach Ferienende in Baden-Württemberg ab 11. Sep­tem­ber fort­set­zen, derzeit laufen bun­desweit Abfra­gen zur Sich­er­stel­lung der Buska­paz­ität. Darüber hin­aus prüfen wir nach Beendi­gung der Sper­rung der Gäubahn derzeit gemein­sam mit der SBB eine Ver­stärkung der Wagenka­paz­ität auf den Fer­n­verkehrslin­ien zwis­chen Stuttgart und Zürich.

Für den Güter­verkehr hat die DB diverse Ent­las­tungs­maß­nah­men ein­geleitet. Die Neckar-Alb-Bahn (Horb–Tübingen–Reutlingen–Plochingen) wird bere­its als Umleitungsstrecke für Güterzüge genutzt. Zusät­zlich verkürzt die DB Netz AG Baustellen auf möglichen Auswe­ich­strecken oder ver­schiebt diese auf einen späteren Zeit­punkt. Damit wer­den Kapaz­itäten und alter­na­tive Trassen für die Ersatzverkehre geschaf­fen.

Die derzeit laufende Baustelle auf der Gäubahn wird darüber hin­aus um eine Woche auf den 5. Sep­tem­ber verkürzt. Dadurch kann der Güter­verkehr, der bisher auf die Neckar-Alb Bahn umgeleitet wird, auf der Gäubahn verkehren. Die Ein­schränkun­gen des Nahverkehrs auf der Neckar-Alb-Bahn kön­nen dann ab dem 6. Sep­tem­ber wieder zurückgenom­men wer­den. Zur inten­siven Koor­dinierung hat die DB Netz AG eine so genan­nte Trassenkon­ferenz ein­gerichtet, um Eisen­bah­n­verkehrsun­ternehmen jew­eils aktuell zu informieren und sich auszu­tauschen. Prof. Dr. Dirk Rompf: „Uns ist bewusst, dass die Kapaz­itäten auf den Umleitungsstrecken knapp sind und das die Schienengüter­verkehrsun­ternehmen vor große Her­aus­forderun­gen stellt. Hier unter­stützen wir inten­siv.“

Auch DB Cargo stellt in enger Abstim­mung mit den Kun­den sicher, dass Trans­porte für wichtige Indus­triebere­iche in Süd­deutsch­land, Ital­ien und der Schweiz fahren kön­nen. Dazu gehören neben der Ver­sorgung mit Grund­stof­fen für die chemis­che Indus­trie unter anderem Stahlw­erke, die Min­er­alöl­branche und Papier ver­ar­bei­t­ende Indus­trien. Ver­sorgungsrel­e­vante Züge wer­den pri­or­itär behan­delt.

Quelle: Deutsche Bahn AG