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HSB: Zukunftsweisende Bahnverbindung nach Braunlage

29.01.2026
Foto: Dierk Lawrenz

HSB: Zukunftsweisende Bahnverbindung nach Braunlage

In Braunlage fand am gestrigen Abend eine Informationsveranstaltung der EIN HARZ GmbH zur möglichen Anbindung der niedersächsischen Stadt an das Streckennetz der Harzer Schmalspurbahnen GmbH (HSB) statt. Zahlreiche Besucher aus Politik und Wirtschaft nutzten die Gelegenheit, sich umfassend über das zukunftsweisende Projekt zu informieren und mit den Verantwortlichen ins Gespräch zu kommen.


Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen neben den Zielen der Anbindung auch der notwendige Investitionsbedarf sowie die erwarteten politischen, wirtschaftlichen und touristischen Impulse für die gesamte Region. Als Gesprächspartner standen der Vorsitzende des HSB-Aufsichtsrates und Harzer Landrat Thomas Balcerowski, HSB-Geschäftsführerin Katrin Müller sowie Braunlages Bürgermeister Wolfgang Langer zur Verfügung.


HSB-Geschäftsführerin Katrin Müller stellte die Ergebnisse der zwischenzeitig abgeschlossenen Machbarkeitsstudie vor. Diese beleuchtet umfassend die technischen, ökologischen und wirtschaftlichen Aspekte des Projekts. Ein besonderer historischer Aspekt dabei: Die Stadt Braunlage ist seit Gründung der HSB im Jahre 1991 Gesellschafter des Unternehmens – bislang jedoch als einziger noch ohne direkten Anschluss an das Streckennetz. Der Braunlager Stadtrat hatte sich am 12. Juli 2022 einstimmig für eine Anbindung ausgesprochen. Auch die HSB-Gesellschafter unterstützten dieses klare Votum. Das kommunale Bahnunternehmen beauftragte daraufhin mit finanzieller Unterstützung der Länder Niedersachsen und Sachsen-Anhalt, des Landkreises Harz, der Stadt Braunlage sowie der Braunlage Tourismus GmbH die DB Engineering & Consulting GmbH mit der Erstellung der Machbarkeitsstudie.


Wie Katrin Müller erläuterte, verfolgt das Projekt vor dem Hintergrund des fortschreitenden Mobilitäts- und Klimawandels ambitionierte Ziele: Die Verkehrs- und Lebensqualität in der Region soll gesteigert, Umweltbelastungen durch den motorisierten Individualverkehr reduziert und das gesamte Verkehrssystem effizienter und wirtschaftlicher gestaltet werden. Technisch, so Müller weiter, sieht die Studie eine rund fünf Kilometer lange Neubautrasse vor, die südlich von Elend von der Harzquerbahn abzweigt, dann weitgehend parallel zur Bundesstraße 27 bis kurz vor Braunlage führt und nach Unterquerung der Bundesstraße in einem weiten Bogen zum zukünftigen Endbahnhof verläuft. Dieser soll in unmittelbarer Nähe der Talstation der Wurmbergseilbahn sowie des großen Parkplatzes entstehen – also zentrumsnah und optimal erreichbar. Geplant sind drei Gleise mit einer Gesamtlänge von ca. 135 Metern, um flexible Betriebsabläufe zu ermöglichen. Auch eine Wasserversorgung für Dampflokomotiven ist vorgesehen. Die Abzweigung bei Elend soll als Gleisdreieck ausgeführt werden, sodass jeweils direkte Verbindungen sowohl nach Wernigerode als auch nach Nordhausen möglich wären.


Auch Umweltaspekte wurden intensiv untersucht, da Teile der geplanten Trasse Naturschutzgebiete berühren. Die Studie zeigt jedoch, dass bei sorgfältiger Planung und entsprechenden Ausgleichsmaßnahmen eine umweltverträgliche Umsetzung realisierbar ist.


Besonders erfreulich sind die Ergebnisse der Wirtschaftlichkeitsberechnung: Der zukünftige Bahnbetrieb zwischen den beiden touristischen Schwergewichten Braunlage und Wernigerode – mit jeweils 1,4 bzw. 1,2 Millionen Übernachtungen pro Jahr – verspricht großes Potenzial. Je nach Szenario werden von 300.000 bis zu 400.000 Fahrgäste jährlich erwartet. Darüber hinaus werden positive Synergieeffekte für das gesamte HSB-Streckennetz prognostiziert. Ein abgestimmtes Betriebskonzept, das unter anderem den Einsatz moderner Triebwagen vorsieht, trägt zusätzlich zu den positiven Aussichten bei. Die veranschlagten Baukosten für die neue Strecke liegen bei rund 42 Millionen Euro – eine Investition, die als wichtiger Impuls für nachhaltige Mobilität, wirtschaftliche Entwicklung und touristische Attraktivität der Region verstanden wird. Für die Umsetzung des Projekts wird beginnend von der Grundlagenermittlung und Vorplanung bis zum Abschluss der Bauarbeiten ein Zeitraum von ca. acht Jahren angesetzt.


Nicht zuletzt knüpft das Vorhaben auch an die Geschichte an: Braunlage verfügte bis 1963 mit der ebenfalls meterspurigen Südharzeisenbahn (SHE) bereits über einen Schienenanschluss. Die SHE war im Bahnhof Sorge bis 1945 sogar direkt mit der Harzquerbahn verbunden. Die geplante Anbindung könnte somit also auch ein bedeutendes Kapitel regionaler Eisenbahngeschichte neu aufschlagen.


Die Informationsveranstaltung machte deutlich: Die Vision einer Bahnverbindung nach Braunlage trifft auf großes Interesse und breite Unterstützung. Sie steht sinnbildlich für einen modernen, nachhaltigen und zukunftsorientierten Harz – gut verbunden, lebenswert und stark für kommende Generationen.

Quelle: HSB

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